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# Organische und mineralische Dünger: Welcher Streuer für welches Material?

 

 

 Kuxmann Landmaschinen GmbH 26. Oktober 2026 

## Das Wichtigste in Kürze

- **Kernaussage:** Ein universelles Streusystem gibt es nicht: Material und Betriebsbedingungen bestimmen, welche Technik passt.
- **Entscheidend:** Zweischeiben-Zentrifugalstreuer dominieren (rund 90 % Marktanteil laut DLG-Merkblatt 410) und bieten hohe Flächenleistung, sind aber von Düngereigenschaften und Seitenwind abhängig. Pneumatikstreuer verteilen auch bei Wind und wechselnden Düngersorten präzise, sind aber teuer und nur gezogen erhältlich (bis ca. 36 m). Feuchte, klebrige Materialien und Kalk verlangen eine zwangsweise Förderung wie Kratz- oder Kettenboden.
- **Empfehlung:** Erst Materialqualität, Schlaggröße, Windlage, Arbeitsbreite und Wirtschaftlichkeit klären, danach die Technik wählen.

Ob ein Streuer zum Betrieb passt, hängt in erster Linie vom Material ab, das ausgebracht werden soll. Granulierter Mineraldünger verhält sich im Streuer anders als Kalk, und organische oder organisch-mineralische Dünger stellen wieder andere Anforderungen. Zudem unterscheiden sich die Streusysteme in Arbeitsbreite, Genauigkeit und Empfindlichkeit gegenüber Wind und Material. Der Beitrag hilft, beides zusammenzubringen.

## Anforderungen der Materialien

### Mineralische Dünger (Granulat, Prills)

**Mineraldünger** werden meist als **Granulat** oder als **Prills** (kleine, kugelförmige Körner) geliefert. Ihr Streuverhalten hängt von Korngröße, Kornform, Schüttgewicht und Oberflächenbeschaffenheit ab. Gleichmäßige, runde und feste Körner lassen sich weit und genau werfen, während staubige oder unterschiedlich große Partikel die Verteilung verschlechtern.

Das DLG-Merkblatt 410 nennt als Einflussgrößen auf die Querverteilung unter anderem Kornoberfläche und Korngrößenspektrum. Hohe Beschleunigungskräfte an der Streuscheibe können Körner zerstören; der entstehende Staub wird nicht weit geworfen und stört die Verteilung.

**Die Qualität des Düngers ist deshalb ein wesentlicher Teil der Streugenauigkeit.** Wie sich die Verteilung prüfen lässt, zeigt Streugenauigkeit und Querverteilung.

### Organische und organisch-mineralische Dünger, Kalk

Organische und organisch-mineralische Dünger sowie Kalk sind in der Regel **feuchter, klebriger oder staubiger** als Mineraldünger und haben ein anderes Fließverhalten. Sie neigen zum Verklumpen und Brücken-Bilden im Behälter, was den Materialfluss stört.

Für solche Materialien kommen Systeme mit **zwangsweiser Förderung** (etwa Kratzboden oder Kettenboden) infrage, die das Material zum Streuwerk führen. Weitere Hinweise zur Auswahl für Kalk finden sich im Beitrag Kalkstreuer kaufen.

## Streusysteme im Vergleich

### Pendelstreuer

**Pendelstreuer** werfen den Dünger über ein hin- und herschwingendes Rohr aus. Laut NutriNorm liefern sie meist ein gutes Streubild, unabhängig von der Düngerqualität. Ihre Arbeitsbreite ist jedoch begrenzt: Nach dem DLG-Merkblatt 410 sind Pendelrohrstreuer deshalb nur noch selten im Einsatz, in der Praxis werden fast nur noch Zentrifugal- und Pneumatikstreuer verwendet.

### Zentrifugalstreuer (Ein- und Zweischeiben)

**Zentrifugalstreuer** schleudern den Dünger mit rotierenden Scheiben aus. Sie sind einfach zu handhaben und haben eine hohe Schlagkraft; laut DLG-Merkblatt 410 liegt ihr **Marktanteil bei rund 90 %**. Es dominieren **Zweischeibenstreuer**, Einscheibenstreuer kommen in der professionellen Landwirtschaft kaum noch zum Einsatz. Die Arbeitsbreiten reichen je nach Leistungsklasse von etwa 12–18 m über 18–36 m bis 30–48 (54) m.

Der Streufächer ist deutlich breiter als die Arbeitsbreite; das spielt im Feld kaum eine Rolle, wird aber bei starkem Seitenwind sowie an Rändern, Vorgewenden und keilförmigen Feldausläufern zum Problem.

Dafür ist die **Einstellung auf das Material** wichtig, weil Körnung und Schüttgewicht das Wurfbild stark beeinflussen. Die Bauarten der Streuwerke im Detail beschreibt [Streuertechnik im Überblick](/ratgeber/streuertechnik-im-ueberblick).

### Pneumatikstreuer

**Pneumatische Systeme** fördern den Dünger mit einem Luftstrom zu den Ausbringstellen am Gestänge. Das Verteilergestänge sorgt laut DLG-Merkblatt 410 auch in **stark windigen Regionen** für eine einwandfreie Querverteilung, eine Einstellung nach Düngersorte ist nicht nötig, und am Feldrand lässt sich präzise grenzstreuen.

Pneumatikstreuer werden nur noch gezogen angeboten (Arbeitsbreite bis 36 m) und sind als technisch anspruchsvolle Maschinen entsprechend teuer. Sie lohnen sich dort, wo hohe Genauigkeit auch unter schwierigen Bedingungen verlangt ist, etwa bei Windlagen oder wechselnden Düngersorten.

## Auswahlkriterien: Materialqualität, Schlaggröße, Hanglage, Arbeitsbreite

Die Entscheidung für ein System sollte anhand mehrerer Kriterien getroffen werden:

1. **Materialqualität:** Wechselnde Düngerqualitäten sprechen für Systeme, die davon wenig abhängig sind (Pneumatikstreuer, laut NutriNorm auch Pendelstreuer), gleichbleibend gute Qualität erlaubt Zentrifugalstreuer.
2. **Schlaggröße:** Auf großen Schlägen zählt die Flächenleistung, auf kleinen Flächen die Wendigkeit und Genauigkeit am Rand.
3. **Wind und Randbereiche:** Seitenwind verzerrt das Streubild des Zentrifugalstreuers; hier kann ein pneumatisches System Vorteile bieten.
4. **Arbeitsbreite:** Sie muss zu den Fahrgassen und zur Technik im Betrieb passen.
5. **Wirtschaftlichkeit:** Anschaffung und Wartung stehen der Genauigkeit und Flächenleistung gegenüber. Für die Frage, ob sich ein eigener Streuer rechnet, siehe [Lohnunternehmer oder eigener Streuer](/ratgeber/lohnunternehmer-oder-eigener-streuer).

## Entscheidungstabelle

| Streusystem | Stärken | Grenzen | Eher geeignet für |
|---|---|---|---|
| **Pendelstreuer** | gutes Streubild, weitgehend unabhängig von der Düngerqualität (laut NutriNorm) | begrenzte Arbeitsbreite, nur noch selten im Einsatz | kleine Arbeitsbreiten, wechselnde Düngerqualitäten |
| **Zentrifugalstreuer (Einscheibe)** | einfache Bauweise | in der professionellen Landwirtschaft kaum noch im Einsatz | – |
| **Zentrifugalstreuer (Zweischeibe)** | einfache Handhabung, hohe Flächenleistung, Arbeitsbreiten bis 48 (54) m | Querverteilung abhängig von Düngereigenschaften und Seitenwind | große Schläge, gleichbleibendes Material |
| **Pneumatikstreuer** | präzise Querverteilung bis zur Feldgrenze, auch bei Wind | hoher Kaufpreis, nur gezogen, Arbeitsbreite ca. 36 m | Windlagen, wechselnde Düngersorten |

Zusammengefasst: **Ein universelles System gibt es nicht.** Wer Kalk und Dünger mit derselben Maschine ausbringen will, sollte das Material und die Betriebsbedingungen zuerst klären und danach die Technik wählen. Welche Bauarten die KURIER-Reihe abdeckt, zeigen die Seiten zum [KURIER Düngerstreuer](/landwirtschaft/duengerstreuer/der-kurier-duengerstreuer) und zum [KURIER Kalkstreuer](/landwirtschaft/kalkstreuer/der-kurier-kalkstreuer). Der KURIER Düngerstreuer arbeitet mit einem Transportband und einem Zweischeibenstreuwerk (24 m oder 36 m), der KURIER Kalkstreuer mit Zweischeibenstreuwerk (15 m, bei Granulat bis 24 m) und/oder Schneckenstreuwerk (6, 9 oder 12 m). Die BMS-Bindemittelstreuer dosieren über ein Zellenrad.