Streuertechnik im Überblick: Teller-, Schnecken- und Kettenbodenstreuer im Vergleich

Das Wichtigste in Kürze

  • Kernaussage: Es gibt drei Bauarten – Teller-, Schnecken- und Kettenboden- bzw. Kratzbodenstreuer. Ob die Technik zum Streugut passt, entscheidet über Gleichmäßigkeit, Verschleiß und Zuverlässigkeit.
  • Entscheidend: Tellerstreuer eignen sich für große Flächen und gut rieselfähiges Material, sind aber windempfindlich. Schneckenstreuer verarbeiten trockene, staub- und pulverförmige Stoffe wie Branntkalk bei geringerer Arbeitsbreite. Kettenboden- und Kratzbodenstreuer sind für feuchte, klebrige oder schwere Materialien gedacht.
  • Empfehlung: Die Technik dem Streugut zuordnen und Wind- und Hanglage, Zugmaschine und Wartungsaufwand berücksichtigen. Die Genauigkeit lässt sich mit Schalentest und Abdrehprobe prüfen.

Die Technik des Streuwerks bestimmt, wie weit, wie genau und mit welchem Material ein Streuer arbeiten kann. Je nach Aufgabe stehen im Wesentlichen drei Bauarten zur Wahl: Tellerstreuer, Schneckenstreuer und Kettenboden- bzw. Kratzbodenstreuer. Der Beitrag erklärt jedes Prinzip, nennt Stärken und Grenzen und hilft bei der Zuordnung zum Einsatz. Ergänzend zum Beitrag Organische und mineralische Dünger: Welcher Streuer für welches Material?, der Streusysteme nach Düngerart unterscheidet, geht es hier um die Förder- und Streuwerke.

Warum die Streutechnik so wichtig ist

Die Streutechnik entscheidet über Gleichmäßigkeit, Arbeitsbreite und Materialverträglichkeit. Ein Streuer, der zum Material passt, verteilt gleichmäßig und arbeitet zuverlässig. Passt er nicht, entstehen Streifen, Verstopfungen oder erhöhter Verschleiß. Wer die Unterschiede kennt, kann Maschinen sachgerecht auswählen und Fehlkäufe vermeiden.

Tellerstreuer

Funktionsprinzip

Beim Tellerstreuer fällt das Material auf eine rotierende Scheibe (Teller), die es durch Fliehkraft seitlich wegschleudert. Wurfflügel auf der Scheibe lenken den Materialstrom.

Stärken

Tellerstreuer (Zentrifugalstreuer) sind nach dem DLG-Merkblatt 410 einfach in der Handhabung, haben eine hohe Schlagkraft und einen Marktanteil von rund 90 % bei Mineraldüngerstreuern; Arbeitsbreiten bis 48 (54) m sind möglich.

Grenzen

Ihre Grenzen liegen in der Empfindlichkeit gegenüber Wind sowie gegenüber Körnung und Schüttgewicht des Materials, die das Wurfbild stark beeinflussen – laut NutriNorm sind Scheibenstreuer die windempfindlichste Bauart, besonders bei großen Arbeitsbreiten.

Feine, leichte Stoffe lassen sich nur schwer weit werfen: Bei Kalkstreuern nennt ein Anbieter für Tellerstreuer eine Streubreite von maximal 15 m je nach Schüttgewicht, wobei leichte und feine Produkte nur auf 6–8 m exakt streubar sind und Granulate bis 24 m erreichen.

Schneckenstreuer

Funktionsprinzip

Beim Schneckenstreuer fördert eine Förderschnecke das Material zu den Auslässen.

Stärken

Die Dosierung ist präzise, und feine Materialien werden gut verarbeitet, weil sie nicht weit geworfen werden müssen. Beim KURIER Kalkstreuer ist das Schneckenstreuwerk für trockenes, staub- und pulverförmiges Streugut wie Branntkalk vorgesehen.

Grenzen

Die Arbeitsbreite ist mit 6, 9 oder 12 m deutlich geringer als beim Zweischeibenstreuwerk (15 m, bei Granulat bis 24 m).

Kettenboden- und Kratzbodenstreuer

Funktionsprinzip

Kettenboden- bzw. Kratzbodenstreuer transportieren das Material mit einem umlaufenden Boden aus Ketten oder Stäben zum Streuwerk.

Stärken

Dieses System kommt mit feuchten oder klebrigen Materialien besser zurecht, weil es das Material aktiv herausschiebt, statt es nur fallen zu lassen. Es eignet sich daher für schwerere und schwer rieselfähige Stoffe: Ein Anbieter nennt Feuchtkalke, schwere feuchte Rückstandskalke und Granulate, für schwere Materialien einen Gummiband-Kratzboden oder Kettenaustrag von mindestens 50 cm Breite; beim KURIER Kalkstreuer sind Feuchtkalk, Gesteinsmehl, Kompost, Branntkalk und Granulat vorgesehen.

Grenzen

Ketten und Umlenkungen brauchen Pflege (siehe Wartung und Pflege von Streuern). Das Streuwerk selbst, etwa Scheiben, ist dann separat zu betrachten.

Vergleich: Streugut, Arbeitsbreite, Genauigkeit, Verschleiß

Kriterium Tellerstreuer Schneckenstreuer Kettenboden-/Kratzbodenstreuer
Streugut gut rieselfähiges Material auch feine Materialien feuchte, klebrige, schwere Materialien
Arbeitsbreite groß (Zentrifugalstreuer bis 48 (54) m, Kalk meist 15–24 m) geringer (KURIER: 6–12 m) abhängig vom nachgeschalteten Streuwerk
Genauigkeit stark von Körnung und Wind abhängig abhängig von Material und Auslass abhängig von Förderung und Streuwerk
Verschleiß Scheiben und Flügel Schnecke Kette und Mitnehmer

Welche Technik für welchen Einsatz?

Eine allgemeingültige Empfehlung gibt es nicht, aber eine Orientierung:

  1. Tellerstreuer: Große Flächen, gut rieselfähiges Material, hoher Durchsatz.
  2. Schneckenstreuer: Trockene, staub- und pulverförmige Materialien wie Branntkalk bei geringerer Arbeitsbreite.
  3. Kettenboden- bzw. Kratzbodenstreuer: Feuchte, klebrige oder schwere Materialien wie Kalk und Kompost.

Zusätzlich sollten Wind- und Hanglage, die Zugmaschine und der Wartungsaufwand berücksichtigt werden. Die Genauigkeit lässt sich mit Schalentest und Abdrehprobe prüfen (siehe Streugenauigkeit und Querverteilung). Welche Technik in den Modellen von Kuxmann verbaut ist, zeigen die Seiten zum KURIER Düngerstreuer und zum KURIER Kalkstreuer sowie die übrigen Produktbereiche. Beim KURIER Düngerstreuer fördert ein Transportband das Material zum Zweischeibenstreuwerk (Teller). Der KURIER Kalkstreuer ist mit Zweischeibenstreuwerk und/oder Schneckenstreuwerk lieferbar. Die BMS-Bindemittelstreuer dosieren über eine Dosierwalze (Zellenrad); die Bauarten vergleicht Bindemittelstreuer im Vergleich.